In einer aktuellen Untersuchung haben die Datenschutzexperten von pCloud die sogenannten Privacy Labels im App Store untersucht, um die Apps zu identifizieren, welche die meisten Nutzerdaten verarbeiten. Gegenstand der Untersuchung war nicht nur die Apps herauszufinden die Informationen für eigene interne Zwecke nutzten, sondern auch diejenigen die ihre Informationen und Daten an Drittanbieter weitergeben. pCloud ist ein in der Schweiz ansässiger Anbieter für Cloud- Speicherlösungen mit weltweit über 10,5 Millionen Usern.

Hierbei ist nachvollziehbar, dass Daten erhoben werden, um die eigene App zu verbessern. Hierzu gehört beispielsweise die Analyse von Fehlern oder Abstürzen, um diese in Updates zu beheben. Diese Nutzung der Daten ist häufig im Sinne der Nutzer von iPhone und iPad. Kritischer hingegen wird es, wenn die Unternehmen die gesammelten Daten der Anwender weiterverkaufen, um sich damit zu finanzieren.

52 % der Apps für iPhone und iPad teilen Informationen mit Drittanbietern.

Die Untersuchungsergebnisse hat pCloud in einer Übersicht zusammengefasst. Hier können Sie sich die Übersicht ansehen:  https://blog.pcloud.com/invasive-apps/

Bei dieser Übersicht geht es unter anderem um Apps, welche die gesammelten Daten mit Drittanbietern teilen. Zu den Informationen gehören beispielsweise Einkäufe, Standort, Kontaktdetails, Such- und Browsing-Historie, finanzielle Details oder Gesundheit- und Fitnessdaten- es geht also durchaus um sehr sensible Daten.

Die TOP 3 der Datenkraken nach pCloud:

Platz 1 geht an ➞ Instagram

  • Instagram sammelt 79 % der persönlichen Daten und dabei geht ie App nur in wenigen Kategorien sparsam mit den Informationen um.

Platz 2 geht an ➞ Facebook

  • Mit 57 % teilt Facebook wesentlich mehr als die Hälfte aller Daten mit Drittanbietern.

Platz 3 geht an ➞ LinkedIn

  • LinkedIn teilt 50 % der Daten mit Drittanbietern wozu ein wenig überraschend auch der User Content gehört, was bei LinkedIn auch eigenen Beiträge der Kontoinhaber sind.

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die Plätze 6 und 7 an YouTube gehen. Auf dem Platz 6 findet man YouTube und auf Platz 7 YouTube Music. Es ist interessant, dass die Hörerdaten von YouTube ebenfalls an Drittanbieter weitergegeben werden. Insgesamt teilt YouTube 43 % seiner Kundendaten.

Auf Platz 10 findet sich eBay, wobei hier beeindruckt, dass auch eBay die ganzen Daten über ersteigerte und gekaufte Artikel mit Drittanbietern teilt. Insgesamt teilt eBay 36 % seiner Kundendaten mit Drittanbietern.

Nutzer dieser Apps müssen sich also nicht darüber wundern, wenn sie zum Beispiel Werbung für potenzielle Einkäufe in anderen Apps wiedersehen und repetitiv auf sie einfließt. Hierbei sollte man immer berücksichtigen, dass die Apps auch untereinander miteinander kommunizieren.

Welche Apps geben keine Daten an Dritte weiter

Am anderen Ende der Skala der iPhone- und iPad-Apps finde ich aber auch einige positive Überraschungen! Hierbei handelt es sich um Apps, die keine oder nur sehr wenige Details mit Drittanbietern austauschen und somit keine Daten weitergeben, die von Dritten zu Marketingzwecken benutzt werden könnten.

Überraschenderweise sind auch namhafte Unternehmen darunter, wie z.B.

Netflix

Skype

und Zoom.

Ebenso in diese Kategorie gehören:

Microsoft Teams, Google Classroom, Telegramm und das relativ neue Clubhouse.

Die Weitergabe von Kundendaten an Dritte scheint somit nicht zwingende Voraussetzung zu sein, um ein profitables Geschäftsmodell im Internet zu begründen!

Apples neue Privacy Data Labels

Doch nicht nur Drittanbietern nutzen die Daten der Nutzer, auch Apples eigene Apps haben Zugriff auf persönliche Informationen.

Durch die Implementierung sogenannter eigener Privacy Data Labels verfolgt Apple hier aber eine Transparenzstrategie, welche die Weitergabe und Nutzung der Daten an Dritte für den Nutzer transparent macht.

Hier gehts zu den Apple Richtlinien: https://www.apple.com/de/privacy/labels/

Diese Transparenzrichtlinien beabsichtigt Apple in wenigen Wochen mit Auslieferung von IOS 14.5 für alle Apps im App Store verbindlich einzuführen. Es sollte nicht verwundern, dass dies zurzeit auf erbitterten Widerstand stößt- vor allem durch Facebook.

Fazit

Ich denke, dass diese Strategie von Apple einem effektiveren Datenschutz – im Kern der Sicherung der Transparenz der Nutzung personenbezogener Daten – durchaus dienlich ist.

Dadurch soll dem Nutzer die Einsicht und Entscheidung vereinfacht werden, wie seine Daten genutzt und verteilt werden und ob er die entsprechende App dann nutzen möchte – oder eben nicht.

Es ist zumindest ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg zur Sicherung der Transparenz der Verarbeitung personenbezogener Daten gegen das wirtschaftliche Interesse auf möglichst unbegrenzte Nutzung und Verwertung personenbezogener Daten durch die großen internationalen Internetkonzerne.

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